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Die Familie Preen war eine alte mecklenburgische Adelsfamilie, die noch heute zu finden ist. Der Hauptmann Marquard Preen war der Sohn des Henneke Preen, der seinen Rittersitz zu Davermoor, das südlich von Gr. Brütz in der Grafschaft Schwerin lag, inne hatte und gegen Ende des 14. Jahrhunderts unterging.[1]

Leben

Namensvarianten: Marquard Preen, Preyn, Martinus Preen

Lebensdaten: unbekannt

Herkunft: mecklenburgische Adelsfamilie

Tätigkeitsgebiet: unbekannt

Verwandtschaft: Henneke Preen, Johann Preen, Gottschalk Preen, Heinrich Preen

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

  • Herzog Albrecht von Mecklenburg versuchte nach dem Tod des Grafen Otto von Schwerin am 27. Juli 1357 seine Ansprüche auf die Grafschaft Schwerin gegen den Grafen Nikolaus von Teklenburg und seinen Sohn Otto durchzusetzen. Die Familie Preen schlossen sich in diesem Konflikt dem Herzog Albrecht von Mecklenburg an. Da die Familie Preen sehr aktiv war (z.B. Raubzüge), lässt sich eine große Verbundenheit mit dem Herzog Albrecht von Mecklenburg ableiten.
  • Marquard Preen hatte auf Seiten der Mecklenburger an der Fahrt nach Stockholm teilgenommen, um die von den Dänen belagerte Stadt mit Nahrung und Soldaten zu versorgen.[2]

Status: Hauptmann der Vitalienbrüder; Knappe

Fahrgemeinschaften: Ranibold Sanewitze; Bosse van deme Kalende; Arnd Stüke; Clawus Mylges; Hartwich Sedorpe; Lyppold Rumpeshaghen; Hinrik Lüchowe

Auftraggeber: unbekannt

Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt

Sonstige Tätigkeiten: unbekannt

Sonstiges

Familiengeschichte der Preens: Nach dem Tod des Grafen Otto von Schwerinam 27. Juli 1357 entbrannte der Kampf um seine Nachfolge. Herzog Albrecht von Mecklenburg versuchte gegen den Grafen Nikolaus von Teklenburgund seinen Sohn Otto seine Ansprüche auf die Grafschaft Schwerin durchzusetzen. Zu diesem Zweck schlossen sich Henneke Preen, seine Söhne Johann und Gottschalk und die übrige Verwandtschaft dem Herzog an.[3][4] Marquard Preenschien zu diesem Zeitpunkt entweder noch zu jung gewesen zu sein oder hielt sich im Ausland auf. Er wird jedenfalls erst zehn Jahre später in einer Quelle erwähnt.[5] Herzog Albrecht von Mecklenburggewährte den Städten, die unter seinen Einfluss waren, viele Freiheiten z.B. im Bereich der Gerichtsbarkeit. Das hatte zur Folge, dass auch andere Städte, die nicht unter seiner Herrschaft standen und von ihren Herrschern vernachlässigt wurden, sich plötzlich Freiheiten herausnahmen, die ihnen eigentlich nicht zustanden. Deshalb geschah es, dass die Bürger von der Stadt Güstrow Hans Preen, einen der Söhne des Henneke Preen, bei einem Raubzug gegen Güstrow gefangen nahmen und Selbstjustiz verübten. Am 29. Januar 1367 mussten Henneke und Marquard Preen, die anscheinend auch im Zuge dieses Raubzuges in Gefangenschaft geraten waren, dem Fürsten Lorenz von Werle und der Stadt Güstrow Urfehde schwören. Als Bürgen für die Sühne von Vater und Sohn wurde die gesamte Verwandtschaft der Preens in die Pflicht genommen. Viele Verwandte der Preens werden deshalb namentlich in dieser Urkunde genannt. Als Wappen führten die Preens das v. Prensche Siegel mit drei Pfriemen.[6]Die Herkunft des Marquard Preen lässt sich also sehr gut zurückverfolgen, da seine Familie sehr aktiv war. Sein Vater Henneke Preen ist seit dem Jahr 1357 eindeutig als ein Verbündeter Albrechts von Mecklenburg zu identifizieren und der hingerichtete Hans Preen ist sicherlich Johann Preen, der vor 1367 noch namentlich erwähnt wird.[7] Die Söhne Heinrich und Gottschalk treten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in Erscheinung. Vielleicht sind sie verstorben. Ab jetzt beginnt die eigentliche Karriere des Marquard Preen als Hauptmann der Vitalienbrüder. Wo und wann er gestorben ist, kann nur vermutet werden.[8]


In folgenden Quellenbänden gibt es keine weiteren Hinweise:

  • Hanserecesse: Abt. I, Bde. 2-8, hrsg. v. Karl Koppmann, Leipzig 1872-80.
  • Höhlbaum, Konstantin / Kunze, Karl u.a. (Hg.): Hansisches Urkundenbuch, Bd. 1-11, Halle, 1876-1916.
  • Mecklenburgisches Urkundenbuch: hrsg. v. dem Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bde. I.- XXII., Schwerin 1863-1907.
  • Suhm, Petrus Fridericus/ Langebek, Jacobus: Scriptores rerum Danicarum medii aevi, partium hactenus inediti, partim emendatius editi, quos cellegit/adornavit et publici juris fecit Jacobus Langebek, Bd. 6., Nendeln/Lichtenstein 1969.
  • Svenska Riks Arkivets pergamentsbref Bd. II. 1383-1400, Stockholm 1868.

Quellen

MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669, MUB 9598, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an die Kurie, Nr. 221, Svensk Riksarkivets Pergamentsbref. Nr. 3047

Literatur

Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907.

Lisch, Georg Christian Friedrich: Beitrag zur Geschichte der Vitalienbrüder und Landstädte am Ende des 14.Jahrhunderts, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 15 (1850), S. 51-62.

Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main/New York ²1994.

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Einzelnachweise

  1. Vgl. Lisch, Vitalienbrüder 1850, S. 57
  2. Vgl.MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669
  3. Vgl. MUB 8369
  4. Vgl. Cordsen, Geschichte der Vitalienbrüder, S. 40
  5. Vgl. MUB 9598
  6. Vgl. MUB 9598
  7. Vgl. MUB 8369
  8. Vgl. Lisch, Vitalienbrüder 1850, S. 58-59