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Gerrit Jacobesson war einer von 40 Mann aus Enkhuizen die am Kampf gegen Gödeke Michels teilgenommen und diesen gefangen genommen haben. Er tritt durch Forderungen, die sich aus diesem Kampf ergeben hätten, in den Quellen in Erscheinung.[1]

Leben

Namensvarianten: Gerd Jakobson, Gherit Jacobssone van Enkhusen, Gherd Jacopszon aus Enkhuizen, Gherriit Jacobbssone van Enghuzen

Lebensdaten: unbekannt, tätig um 1400 und im Hamburger Pfundzollbuch noch bis 1418 nachweisbar

Herkunft: Enkhuizen

Tätigkeitsgebiet: Nordsee, Holland, Friesland, Hamburg

Verwandtschaft: unbekannt

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

  • lässt sich als Lehnsmann des Grafen von Holland und im Zuge der Fehde des Grafen gegen Hamburg am 13. Juli 1400 einen Kaperbrief gegen Ostfriesland und Hamburg ausstellen.[2]
  • In den Quellen als "Porter" zu Enkhuizen bezeichnet, der in einem Brief an Gent? behauptet 1401 für oder mit Hamburg gegen Gödeke Michels gekämpft und dessen Schiff auf der Jade genommen zu haben und hätte dabei 10 Hamburger an Bord gehabt und verköstigt; ihm gebühre daher ein Anteil an der Beute.[3]
  • Die Stadt Gent fällt den Schiedsspruch, dass Klaus Schoke, Hauptmann zu Hamburg, die Richtigkeit der Angaben Jacobessons im Mai 1404 in Groningen beschwören soll.[4]
  • Es ergeht die Erlaubnis Gents an Klaus Schoke den Schwur in Lübeck oder Hamburg zu leisten.[5]
  • 1410 bittet Gerrit Jacobesson den Grafen von Holland jetzt der Herzog Wilhelm von Bayern um Vermittlung in seiner Streitsache mit Hamburg.[6] Erst am 08. August 1412 wird in dieser Streitsache ein Vergleich geschlossen.[7] Gerrit Jacobesson quittiert dem Rat und der Bürgerschaft der Stadt Hamburg den Erhalt einer Entschädigung (54 M)[8] für die entstandenen Kosten bei der Gefangennahme des Gödeke Michels in einer Urkunde und verzichtet auf weitere Forderungen.[9] Status: Fehdehelfer, Schiffer

Fahrgemeinschaften: unbekannt

Auftraggeber: Graf von Holland (Herzog Albrecht I. von Bayern) und Hamburg?

Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt

Sonstige Tätigkeiten: Nach dem Pfundzollbuch des Jahres 1418 zahlt ein Gherd Jacopszon 14 d. [10]

Sonstiges

Kommt nicht vor in: HR I,3; HR I,4; HR I,6; HR II; Hamburgischen UB; Lübecker UB; Bremisches UB V

Quellen

HR 1.5, Nr. 47 bis 51.

Hamburger KämmereiRechn. II, S.22.

Hamburger Pfundzollbuch von 1418.

Schwarzenberg Vriesch Charterboek T.I, S.311.

Urkunde im Hamburger Stadtarchiv, Trese Gg 24; Original mit Siegel.

Literatur

Jörgen Bracker u.a. (Hrsg.): Gottes Freund – Aller Welt Feind. Wilhelm Zertani Verlag, Hamburg 2001, S. 31.

Karl Koppmann: Der Seeräuber Klaus Störtebeker in Geschichte und Sage, in: HGbll. 1877, S. 47-48

J. C. M. Laurent: Klaus Störtebeker, in ZHGV 2 (1847), S. 85f., S.98f.

Matthias Puhle: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit. Campus Verlag, Frankfurt/M. 1994, S. 143.

Gregor Rohmann: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der Vitalienbrüder, in: Hansische Geschichtsblätter 125 (2007), S. 90.

Rolf Sprandel: Das Hamburger Pfundzollbuch von 1418. Böhlau Verlag, Köln und Wien 1972. S. 32.


Einzelnachweise

  1. HR I,5 Nr. 47 bis 51
  2. HGbll. 1877, S. 47; Schwarzenberg Vriesch Charterboek T.I, S.311.
  3. HR I,5 Nr. 47
  4. HR I,5 Nr. 48
  5. HR I,5 Nr. 49
  6. HR I,5 Nr. 50
  7. HR I,5 Nr. 51
  8. Hamburger KämmereiRechn. II, S.22.
  9. Hamburger Stadtarchiv, Trese Gg 24
  10. Sprandel 1972 S. 32.