FANDOM


Voet, möglicherweise aus England stammend, war hauptsächlich für England tätig, unternahm Kaperfahrten und verbreitete Furcht bei gegnerischen Schiffsleuten. Er war jedoch auch für die Herzöge von Schleswig und die Wendischen Städte tätig und unterstütze diese als Fehdehelfer gegen Erich von Dänemark.

Leben

Namensvarianten: Bartholomeus, Bartholemäus, Bartholomäus Vot, Bartholomeus Vote, Bartholomäus Vote, Bartholomeus Voet, Bartholomeo Fusz, Bartholomeus Voet, Bartholomeus Vot, Bartolomeus Vote, Bartolomeus Voet, Bartolomeus Fus, Bartholomeum Vot, Bartholomeus Fusz, Bartholomäus Voed, Bartholomäus Voust, Bartholomeus Voeth, Bartholmewes Voet, Bertholomeus Voet, Bartholomei Voet, Bartholomaeus Voet, Mewes Voet, Barthis Voet, Barcz Voet.

Lebensdaten: Die erste Erwähnung des Namens Bartholomäus findet sich in den Hanse-Recessen am 4. August 1424[1]. Die letzte Erwähnung ist am 12. Januar 1458[2].

Herkunft: Voet stammt möglicherweise aus England, da er vor seiner Tätigkeit für die wendischen Städte für England wahrscheinlich vor Spanien Kaperfahrten unternahm[3].

Tätigkeitsgebiet: Kaperfahrten für England vor Spanien[4], dann Kaper- und Raubfahrten als Fehdehelfer für die wendischen Städte, aber auch auf eigene Rechnung, im gesamten Hanseraum bis nach Bergen, aber vor allem im Sund[5], später wahrscheinlich auch Geleitschutz im Ostseeraum[6] und im Rahmen von Salzfahrten bis nach Spanien[7].

Verwandtschaft: unbekannt

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer: Nach seinem Engagement für England[8] tritt Voet, nach kurzer Anstellung bei den Herzögen von Schleswig[9], in den Dienst der wendischen Städte ein und fährt für sie als Fehdehelfer im Konflikt gegen Erich von Dänemark. Die wendischen Städte senden Voet und den anderen angeheuerten Hauptleuten (Michael Ruten und Klockener) daraufhin einen Geleitbrief[10], der ihnen auch nach dem Konflikt Aufenthaltsrecht in den Städten zusichert. Während seiner Dienste für die wendischen Städte bringt Voet im Rahmen der Sundsperre viele Schiffe auf, plündert Bergen und unterstützt die Flotte der Städte bei mindestens einer Seeschlacht[11]; hierfür wird Voet nach Beendiung des Konflikts mit 250 Lübecker Mark entlohnt[12]. Noch während seiner Tätigkeit für die Städte versucht der Hochmeister des dt. Ordens Voet und Klockener erfolglos anzuheuern[13]. Vor allem seine Tätigkeit für die wendischen Städte während der Sundsperre lassen Voet quellennotorisch werden und sichern ihm letztlich seinen Status als Bürger und "Sicherheitsunternehmer". Nach Beendigung des Konflikts bekommt Voet, auch durch Bemühungen der wendischen Städt[14], für zwei Jahre freies Geleit vom Hochmeister des deutschen Ordens, Paul von Rusdorf, zugesichert[15] und lässt sich danach als Bürger und Auslieger in Wismar nieder[16]

Status: Voet wird in den Quellen mit verschiedenen Bezeichnungen tituliert:

  • serover [17]
  • houetlude(n) oder "hovetmann", also unter der Kategorie Hauptleute [18]
  • Auslieger[19]
  • Bürger Wismars [20]

Aus den verschiedenen Erwähnungen in den Quellen wird ersichtlich, dass Voet zunächst als Seeräuber gehandelt wird[21]. Vor ihm gingen auch Warnungen aus, wenn er sich bestimmten Häfen näherte.[22] Zunächst gilt er als städtischer Söldnerführer.[23] Später wird er dann auch als Hauptmann gehandelt. In diesem Kontext bekommt er mit der Bezeichung Hauptmann den Status eines Fehdehelfers. Später ist er als Bürger und Auslieger Wismars zu belegen.

Fahrgemeinschaften: Fahrgemeinschaften bildet Voet nach Quellenlage mit Michael Ruten[24], Gerd Bussow[25], Arnd Bekelyn[26], Stortebeker[27], und vor allem Klockener[28] . Im Zusammenhang mit der Entlohnung durch die wendischen Städte werden noch Kurt Zwarte, Walther Krogher, Wilhelm Reynerdesson, Hans Osse, Hans Francke, Arnd Bole, Borchard van Stade, Hans Zwartehafer, Heyne von Schouwgen, Daniel Vroudenberg, Henneke Knop, Hermann Grote und Klaus Kuer erwähnt [29], außerdem wird ein Hinrick van Scouwen zusammen mit Voet quellennotorisch[30]

Auftraggeber:

Angaben zu Schiff und Besatzung: Als Voet und seine Kumpanen in den Dienst der wendischen Städte eintreten, ist in den Quellen von 300 Mann, sieben kleinen, sowie zwei großen Schiffen die Rede[36].

Sonstige Tätigkeiten: Während der Zeit in Wismar übernimmt Voet auch Geleitfahrten [37] und wird hierbei auch selbst einmal Opfer eines Angriffs [38]

Dokumentation der Recherche

In den HR 1,1-6 und ab HR III findet sich keine Erwähnung Voets.

Sonstiges

Quellen

HR I, 7, 8 HR II, 1 , 2, 3, 7 HUB VI, VII, VIII LUB VII, IX

Literatur

F. Techen, "Die Bevölkerung Wismars im Mittelalter und die Wachtpflicht der Bürger", in: Hansisches Geschichtsblätter VII, 1894, S. 65 - 96.

Über ihn nun umfassend: Clarus 2012.


Einzelnachweise

  1. HR I,7 Nr. 719
  2. LUB IX Nr. 579, Verweis hierauf auch in HUB VIII Nr. 667
  3. HR I,7 Nr. 719; HR I,8 Nr. 129, 130, 335, 336; LUB VII Nr. 2, 3, 89; weiterhin scheint N. Clarus weitere Belege für Voets Tätigkeit für England gefunden zu haben
  4. HR I,7 Nr. 719
  5. HUB VI, Nr. 712; HR I,8 Nr. 341, 342, 544, 545, 703, 714, 716, 758, 759, 760, 762, 763, 764, 775, 776, 777; HR II,1 Nr. 13, 40, 70, 133, 134
  6. HR II Nr. 457, 459; LUB IX Nr. 579
  7. HUB VIII Nr. 667; LUB IX Nr. 579
  8. HR I,8 Nr. 129, 130; LUB VII Nr. 2,3
  9. HR I,8 Nr. 306
  10. LUB VII Nr. 89
  11. HUB VI, Nr. 712; HR I,8 Nr. 341, 342, 544, 545, 703, 714, 716, 758, 759, 760, 762, 763, 764, 775, 776, 777; HR II,1 Nr. 13, 40, 70, 133, 134
  12. HR II,1 Nr. 133, 134
  13. HR II,1 Nr. 70
  14. HR II,1 Nr. 149
  15. HR II, 1 Nr. 153,154
  16. HR II,2 Nr 149; HUB VII Nr. 21, 31, 78, 82
  17. HR I,7 Nr. 719
  18. LUB VII Nr. 2 , 3, 89; HUB VIII Nr. 155
  19. HR II,1 Nr. 149, 543
  20. HUB VII, Nr 21; F. Techen führt in seinem Aufsatz "Die Bevölkerung Wismars im Mittelalter und die Wachtpflicht der Bürger", in: Hansisches Geschichtsblätter VII, 1894, S.67f. an, ein Bruchstück eines Registers gefunden zu haben, dass die Steuerzahlung Voets in Wismar belegt
  21. so wird beispielsweise 1429 ein Schiffer Hinrich Keding auf dem Weg nach Reval Opfer einer Wegnahme durch Bartholomäus Voet; dieser überlässt ihm ein kleineres Schiff zur Weiterreise,HR I.8., Nr. 764, 769, § 1 ff., 770., § 1-8, 815.
  22. HR I, 7 Nr. 719. (ohne Nachnamen)
  23. HR II, 1 Nr. 101., 102., 105., 481., 483., 484.
  24. HR I, 8 Nr. 335, 336; LUB VII Nr. 89, 90
  25. HR I, 8 Nr. 758.
  26. HR I, 8 Nr. 758.
  27. HR I, 8 Nr. 758.
  28. LUB VII Nr. 3, 89, 90;HR I, 8 Nr. 335, 336, 544, 5445, 758, 759, 760, 762, 763, 764; HR II, 1 Nr. 13, 40, 134, 149, 153, 154, 543; HUB VII NR. 726
  29. HR II,1 Nr. 133, 134
  30. HR II,3 Nr. 345
  31. HR I,7 Nr. 719; HR I,8 Nr. 129,130,335,336; LUB VII Nr. 2, 3, 89; weiterhin scheint N. Clarus weitere Belege für Voets Tätigkeit für England gefunden zu haben
  32. HR I,8 Nr. 306; LUB VII Nr. 71
  33. HR I,8 Nr. 336 und passim; LUB VII Nr. 90 und HUB VI Nr. 694
  34. HR II,1 Nr. 70
  35. HUB VII Nr. 21
  36. LUB VII Nr. 90; HR I,8 Nr. 336
  37. HR II,2 Nr. 457; LUB IX Nr. 579
  38. HUB VIII Nr. 155