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Arnd Stüke war ein mecklenburgischer Niederadeliger, der zunächst auf mecklenburgischer, dann auf dänischer Seite an den Kämpfen im Nord- und Ostseeraum beteiligt war. Er wird oft zusammen mit Nicholaus Milies genannt, der ebenfalls ein Hauptmann der Vitalienbrüder war und in der Urkunde zur Mess-Stiftung unter dem Namen Clawus Mylges von Stockholm genannt wird. [1]

Leben

Namensvarianten: Arnd Stuke, Arnt Stůke, Arnoldus Stůke, Arnoldus Stuke, Arnoldus Styke, Arnd Stuken, Arendt Styke

Lebensdaten: um 1400

Herkunft: Der Hauptmann Arnd Stüke stammte von einer alten mecklenburgerischen Ritterfamilie ab, die zum ersten Mal im Jahr 1171 erwähnt wurde und im 15. Jahrhundert ausstarb. Sein Nachname lässt sich von dem bei Penzlin gelegenen Gut Stük ableiten. Die Hauptfeste der Familie Stük war Kützin, die im Jahr 1349 von den Lübeckern geschleift wurde.[2]. Die Stadt Lübeck führte zu dieser Zeit Krieg gegen adlige Landfriedensbrecher in Mecklenburg und zerstörte im Rahmen dieser Aktion mehrere Burgen so wie die Burg der Familie Stüke.

Tätigkeitsgebiet: Nord- und Ostsee

Verwandtschaft: Hinrich Stuke könnte ein Verwandter von Arnd Stüke gewesen sein.Als seine Söhne werden Heinrich Styke und Albrecht Styke benannt.

Vermutlicher Erbauer der Befestigungen Styresholm, Faxeholm und Ekholm die zur Zeit der Seesperre durch die Vitalienbrüder zwischen 1395-1398 entstanden sind und zu deren Erhaltung benötigt wurden. Ab 1396 soll er mit Sven Sture eng zusammengearbeitet haben. Visby soll hierbei ihre Basis gewesen sein.

Bekam nach dem Friedensschluss mit Königin Margarethe von Dänemark Schloss Nyköping als Lehen.

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

  • In einer Meldung des Johann Stoltevoit an den Rat zu Reval vom 3. März 1394 wird u.a. dieser Name in einer Aufzählung genannt. Er war an der Wegnahme mehrerer livländischer Schiffe beteiligt.[5] Geschädigt wurden insbesondere die Schiffer Jacob Dubbelssone und Jacob Johanneszone.
  • Zuerst war er für den König Albrecht III. von Mecklenburg gegen die Königin Margarete von Dänemark tätig und trat dann später in ihre Dienste ein. Als Belohnung bekam er dafür ein Stück Land in Schweden. In einem Brief des livländischen Ordensmeisters an Reval vom 17. Januar 1416 tritt er als Hauptmann von Nykjöbing in Erscheinung.[6]
  • 1395 war er auf Seiten der mecklenburgischen Truppen auf Gotland an einer Fahrt nach Stockholm beteiligt.[7]
  • Im Herbst 1395 nahm er von seinem Stützpunkt in den Schwedischen Schären aus das Schiff des Rigaer Schiffers Claus Oem. Der Landmeister des Deutschen Ordens in Livland versuchte daraufhin, von Knut Bosson und Jakob Deckenen, zwei prominenten Vertretern der pro-mecklenburgischen Opposition in Schweden, die Herausgabe des Schiffes zu erlangen. Dabei versuchte er, eine Vermittlung durch den in Dorpat weilenden Albrecht von Mecklenburg zu verhindern.[8] Gleichzeitig ließ er im Gegenzug in Reval Güter des Knut Bosson arrestieren. Stüke wurde hier also als Parteigänger Boossons und der Mecklenburger wahrgenommen.[9]
  • 1398 im August unterstützte er Sven Sture in seinem Kampf gegen die Truppen der Königin Margareta um die Burg Faxeholm in Norrland. Diese war ursprünglich im Besitz Stures, der sie aber zu einem unbekannten Zeitpunkt an Stüke verpfändet haben muss.[10]
  • 1399 vermittelte Margarethe I. von Dänemark einen einjährigen Frieden zwischen den Städten und Arnd Stuke.[11]
  • Er an der durch die Vitalier unternommene Seesperre beteiligt und erbaut vermutlich zu deren Stärkung mehrere Festungen im nördlichen Ostseeraum.

Status: Hauptmann der Vitalienbrüder; Knappe

Fahrgemeinschaften: Ranibold Sanewitze; Bosse van deme Kalende; Clawus Mylges; Marquard Preen; Hartwich Sedorpe; Lyppold Rumpeshaghen; Hinrik Lüchowe; Hennynk Crabbe; Knut Bernevur; Hinrik van der Lu; Deytliff; Henneke Scharbouwe; Prybe; Luder Ransouwe; Henneke vanme Zee; Bertholt vanme Zee; Hinrik Tydemans; Hennynk Norman; Wyttekop; Clawis Zwarte; Crekauwe; Rode Kremer; Hans Meygendorp; Ketelhoid; Clawis Tymne; Beydenstorp; schipper Wedige; Degenert; Hennynk; Volmer Wrede; Schonenberg


Auftraggeber: Johann von Mecklenburg; Albrecht III. von Mecklenburg; Margarethe I. von Dänemark

Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt

Sonstige Tätigkeiten: unbekannt

Sonstiges

In folgenden Quellenbänden gibt es keine weiteren Hinweise:

  • Hanserecesse: Abt. I, Bde. 2-7, hrsg. v. Karl Koppmann, Leipzig 1872-80.
  • Höhlbaum, Konstantin / Kunze, Karl u.a. (Hg.): Hansisches Urkundenbuch, Bd. 1-11, Halle, 1876-1916.
  • Mecklenburgisches Urkundenbuch: hrsg. v. dem Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bde. I.- XXII., Schwerin 1863-1907.
  • Suhm, Petrus Fridericus/ Langebek, Jacobus: Scriptores rerum Danicarum medii aevi, partium hactenus inediti, partim emendatius editi, quos cellegit/adornavit et publici juris fecit Jacobus Langebek, Bd. 6., Nendeln/Lichtenstein 1969.
  • Svenska Riks Arkivets pergamentsbref Bd. II. 1383-1400, Stockholm 1868.

Quellen

MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669, MUB 12584; HR I,8 960, MUB 12872; HR I,4 334, 550 § 7, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an die Kurie, Nr. 221, Svensk Riksarkivets Pergamentsbref. Nr. 2867, Svensk Riksarkivets Pergamentsbref. Nr. 3047, HR IV, 550§ 7, HUB V, 214, HUB VI, 64, HR I,8 960 Hanserecesse HR 1.4,438

Literatur

Lisch, Georg Christian Friedrich: Beitrag zur Geschichte der Vitalienbrüder und Landstädte am Ende des 14.Jahrhunderts, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 15 (1850), S. 51-62.

Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main/New York ²1994.

Cordsen, Hans Christian, Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907.

Mogren, Mats: Die Vitalienbrüder und der Burgenbau im nördlichen Ostseeraum, in: Bracker (Hg.): Die Hanse, Bd. 1, 1989, S. 627-633.


Einzelnachweise

  1. Vgl. Puhle, Die Vitalienbrüder 1994, S.59
  2. Vgl. Lisch, Vitalienbrüder 1850, S. 60.
  3. Vgl. MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669
  4. Svenska Riks-Archivets II Nr. 2867
  5. HR I,8 960
  6. Vgl. HUB VI, 64
  7. HR I.4, Nr. 334
  8. HUB V, Nr. 214.
  9. HUB V, Nr. 215.
  10. Eimer: Gotland, S. 161 f.;Svenska Riks Arkivets Pergamentsbref, Kulberg, Reg. Nr. 2915.
  11. HR I.4, Nr. 550
  12. HR VII, 201